Chronik
Chronik der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater e.V. Vorgeschichte: Im Jahre 1975 startet das Land Niedersachsen einen „Modellversuch zur Förderung und Verbesserung der kulturellen Infrastruktur in Ostfriesland“. Die Ostfriesische Landschaft organisiert daraufhin einen Arbeitskreis „Volkstanz und Laientheater“. Engagierte Vertreter aus dem Bereichen Volkstanz und Laientheater bringen mit Unterstützung der Landesbühne Niedersachsen Nord kleine Projekte auf den Weg. Aus dem Bereich Volkstheater sind dies insbesondere Albert Janssen (Niederdeutsche Bühne Aurich), Heiko Arends (Niederdeutsche Volksbühne Norden), Anita Steenhoff (Heimatverein Overledingerland) und Walter Volbers (Emden). Unter der professionellen Regie von Kurt Frost (Landesbühne Niedersachsen Nord, Wilhelmshaven) werden die ersten Gemeinschaftsproduktionen erarbeitet. Als erstes Stück wird 1976 der Einakter „Korl Gramlich regeert“ von Jens Exler aufgeführt. Danach folgt 1980 ein Vierakter „Hein Butendörp sein Bestmann“ von Ferdinand Oesau. Die Schauspieler dazu stellen die Theatergruppen und Spöldelen aus Wallinghausen, Middels, Oldersum, Hinte, Emden-Borssum, Brockzetel-Wiesens, Wirdum, Victorbur und Aurich. Als dann 1981 bekannt wird, daß der Modellversuch im Jahre 1983 auslaufen und damit die finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen wegfallen wird, entsteht der Wunsch, eine Interessengemeinschaft zu gründen. Viele der 55 bis 60 Theatergruppen in Ostfriesland bekunden ihre Bereitschaft dieser Gemeinschaft beizutreten und sie zu unterstützen.  Gründungsversammlung Am 27. März 1982 lädt die Ostfriesische Landschaft zur Gründungsversammlung einer „Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Laientheatergruppen“ ein. Landschaftsrat Dr. Heinrich Kleinschmidt kann etwa 60 Interessenten von 30 ostfriesischen Bühnen im Ständesaal begrüßen. Die Versammlung beschließt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft. 18 Spöldelen, Bühnen und Theatergruppen treten an diesem Tage der Gemeinschaft bei: Spöldeel Transvaal, Spielschar Dunum, Hinter Spöldeel, Theatergruppe des Gemischten Chors Middels, Plattdeutsche Theatergruppe Victorbur, Spielschar Freiwillige Feuerwehr Weener, Theatergruppe Horsten e.V., Theatergruppe „Feierabend“ Rhaudermoor e.V., Theatergruppe Heimatverein Overledingerland e.V., Volksbühne Norden, De Theaterkring Heimatverein Oldersum e.V., Laienspielgruppe Brockzetel-Wiesens, Heimatbühne Bingum e.V., Laienspielgruppe Neuharlingersiel, Inselbühne Baltrum, Laienspielgruppe Schützenverein Holterfehn, Theatergruppe S.V. Blau-Weiß Borssum und Larrelter Spöldeel. Zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft wird Wessel Rohlfs (Theatergruppe S.V. Blau-Weiß Borssum), zur stellvertretenden Vorsitzenden wird Alice Weers (Theatergruppe Heimatverein Overledingerland) gewählt Weitere Aktivitäten der ArGe Mit Elan gehen Mitglieder an den Aufbau der Arbeitsgemeinschaft. Weitere Bühnen unterstützen mit ihrer Mitgliedschaft den Theaterverbund. Als erstes Projekt wird ein Autorenwettbewerb „Plattdeutsches Theater – alle Spielformen“ auf den Weg gebracht. Am 3. März 1983 findet die Preisverleihung in Horsten statt. Sechs Theaterstücke - jeweils drei kürzere und drei abendfüllende Stücke werden prämiert. Das Preisgeld beträgt 3.500 DM. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Spielplan-Koordinierung und Schulungsmaßnahmen, vor allem für die Bereiche Bühnenbau und Maske. Sehr schnell kommt man zu der Erkenntnis, dass die gesamte Arbeit von zwei Vorstandsmitgliedern, auch mit der Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft, nicht bewältigt werden kann. Die Herbstversammlung 1984 in Leer beschließt eine Erweiterung des Vorstandes und Organisationsrichtlinien. Der geschäftsführende Vorstand wird um den Posten eines Geschäftsführers ergänzt; dazu kommen fünf Beisitzer mit regionalem Bezug für die Theaterkreise Altkreis Aurich, Altkreis Norden, Stadtkreis Emden, Landkreise Wittmund und Leer. Gewählt werden dafür als Geschäftsführer Jakob Janshen (HV Oldersum), Beisitzer Aurich Albert Janssen (Ndt. Bühne Aurich), Beisitzer Norden Hinrich Bekker (Hinter Spöldeel), Beisitzerin Emden Pauline (Trudi) Hertlein, Beisitzerin Wittmund Adda Wellmann (Friedeburg) und Beisitzer Leer Rainer Haubold (Völlenerfehn).  Mit dem Theaterstück „Nahsömmer“ – ein gehaltvolles Vier-Personenstück von Ferdinand Oesau – gelingt 1985 eine weitere gute Gemeinschaftsinszenierung unter der Regie von Ubbo Gerdes aus Wallinghausen. Verschiedene Regiekurse unter der Leitung von Intendant Georg Immelmann, Wilhelmshaven, befassen sich mit dem prämierten Kurzstück „Wiehnachtslü“ von Heinz van der Wall. Zum Abschluss der Kurse wird das Stück im Dezember 1986 mit 11 Vorstellungen an 7 Spielorten aufgeführt.  Auf der Herbstversammlung am 25.10.1986 in Leer scheidet die 2. Vorsitzende Alice Weers aus dem Vorstand aus; ebenfalls die Beisitzerin Adda Wellmann. Als 2. Vorsitzender wird der bisherige Beisitzer Albert Janssen neu in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Hans Goldmann (Brockzetel- Wiesens) und Helmut Ihnen (Holtgast) werden neue Beisitzer für die Theaterkreise Aurich und Wittmund. Auf der Herbstversammlung am 05.11.1988 in Völlenerfehn legt der 1. Vorsitzende Wessel Rohlfs sein Amt nieder. Nachfolger wird der bisherige Geschäftsführer Jakob Janshen aus Oldersum. Als neue Geschäftsführerin wird Pauline (Trudi) Hertlein von der Spöldeel Emden-Transvaal gewählt. Für sie wird Horst Klamt von der Theatergruppe Blau-Weiß Borssum als Beisitzer bestellt. Zudem wird am 1.6.1988 bei der Ostfriesischen Landschaft das „Projekt Plattdeutsch“eingerichtet. Cornelia Nath, die Leiterin dieses Projekts und später des Plattdütskbüros, übernimmt 1989 die Betreuung der ArGe bei der Ostfriesischen Landschaft. In den nächsten Regieseminaren, wieder unter der Leitung von Georg Immelmann, wird das Theaterstück „Wenn`t Nüst man erst klor is“ von Hermann Bloem bearbeitet und in eine kürzere Fassung gebracht. Im September 1989 kommt das Stück dann an vier Spielorten zur Aufführung. Für die Hauptveranstaltung in der Stadthalle in Aurich wird dazu auch die Gruppe „Waark“ aus Groningen mit „De Appelboom“, einer Posse aus dem Mittelalter, eingeladen. Auf der Frühjahrsversammlung am 17.03.1990 in Wiesens scheidet der Beisitzer Altkreis Aurich Hans Goldmann aus dem erweiterten Vorstand aus. Nachfolger wird Willy Wriedt von der Theatergruppe Brockzetel Wiesens. Im Jahr 1990 stehen mehr Finanzmittel aus dem Regionalprogramm des Landes Niedersachsen (Nachfolge-Förderprogramm nach dem Modellversuch) für die Theaterarbeit zur Verfügung. Zum Oll´ Mai 1990 bietet die ArGe ein grenzüberschreitendes „Streektaal-Festival“ an. Auf Einladung der ArGe spielt die Volkstheaterbühne Rostock (halbprofessionelles Theater) in Papenburg das Stück „Swieg still, Jung“ von Fitzgerald Kusz. Im Europahaus in Aurich wird mit Mitgliedern des Jugendtheaters Asel über Jugend- und Kindertheater diskutiert. Die Groninger Gruppe Waark spielt das Stück „Hepoepelepee“; das Jugendtheater „Plawewies“ aus Werlte im Emsland führt das Stück „Nix as Hansbunkentöög kann uns helpen“ auf. Spielorte: Warsingsfehn und Aurich. Den Abschluß bildet das Schauspiel „Amanita“ von Ingo Sax im Neuen Theater in Emden; aufgeführt von der Ndt. Bühne Neuenburg. Der Bereich der Schulungsmaßnahmen wird erweitert. Herr Hallinga - Beleuchtungsmeister bei der Landesbühne Nord in Wilhelmshaven – berät die Bühnen und gibt Tips für die Beleuchtungstechnik vor Ort. Die Leitung der Kurse für Atemtechnik und Stimmbildung übernimmt die Schauspielerin Elke Münch aus Wilhelmshaven und führt diese Kurse über mehrere Jahr fort. Bereits vor der Sitzung am 28.09.1989 in Upgant-Schott hatte Georg Immelmann die Planung eines Freilichttheaterspiels in Wiesmoor angeregt. Auf Einladung der ArGe nehmen Vertreter der Samtgemeinde Brookmerland an der Herbstversammlung in Upgant-Schott teil. Es sind dies Samtgemeinde-Bürgermeister Kurt Knippelmeyer, Samtgemeindedirektor Heinz Plogstieß und sein Vertreter Harm Bents sowie Otto Thiele. Sie versichern ihre Unterstützung für die Durchführung von „Störtebeker-Freilichtspielen“ in Marienhafe. Auf der Frühjahrsversammlung am 06.04.1991 in Oldersum werden neue Richtlinien für die ArGe beschlossen; diese beinhalten u.a. die Auszeichnung von aktiven Mitgliedern mit einer Ehrennadel. Zur Förderung des plattdeutschen Kindertheaters schreibt die ArGe Ende 1991 einen Autorenwettbewerb aus. Als Preisgeld, zur Verfügung gestellt aus dem Regionalprogramm des Landes Niedersachsen, werden 5000 DM ausgelobt. Es gehen 24 Einsendungen ein. Zur Jury gehören Gitta Mennenga aus Leezdorf, Karin Evers-Meyer aus Neuenburg, Marianne Römmer aus Hamburg, Dr. Joachim Schütt von Radio Bremen, Werner Zwarte aus Emden, Engelbert Sommer aus Emden und Jakob Janshen aus Oldersum. Auf dem „Streektaal-Dag“, einer Veranstaltung des Plattdütskbüros und des Vereins Oostfreeske Taal, am 24.10.1992 werden die Preisträger ausgezeichnet. Ebenfalls 1992, am 16.05., spielt auf Einladung der ArGe die „Fritz-Reuter-Bühne“ aus Schwerin im Neuen Theater in Emden den Schwank „Ihrlich is an`n Sworsten“ von Karl Budich. Nach 10 Jahren ArGe ist der Bestand auf 44 Mitgliedsbühnen angewachsen. Vom 26. bis 28. März 1993 findet in Emden im Neuen Theater das 1. Plattdeutsche Theatertreffen statt. Ausgelobt werden Theaterpreise der Gewerkschaft IG Metall. Sieben Theatergruppen der ArGe beteiligen sich, und zwar Friesenbühne Emden mit „Fischerstraat 15“, Heimatverein Leer mit „Ficus en Vitroazie“, Jugendtheater Asel mit „Nahsitten“, Heimatverein Oldersum mit „Smuutje Edo“, Blau-Weiß Borssum mit „Een Joghurt för twee“, Ndt. Bühne Wiesmoor mit „Lüchtfüür“ und Heimatverein Leezdorf mit „Sien tweede Feind“. Am 23.04.1993 führt die ArGe erstmalig einen Souffleur-Lehrgang durch. Leitung: Petra Birkholz von der Landesbühne in Wilhelmshaven. Auf Einladung der ArGe spielt die „Fritz-Reuter-Bühne“ aus Schwerin das Lustspiel „Romme to drütt“ von Petra Blume. Auf der Herbstversammlung am 08.10.1994 scheidet der Beisitzer für den Theaterkreis Wittmund, Helmut Ihnen, aus. Als Nachfolgerin wird Waltraud Ennen aus Ardorf gewählt. Der Vorstand berichtet über den Planungsstand zu den 1. Störtebeker-Freilichtspielen in Marienhafe. Ein Arbeitskreis, bestehend aus dem 1. und 2. Vorsitzenden der ArGe,  Cornelia Nath von der Ostfriesischen Landschaft, Harm Bents (stellvertr. Samtgemeindedirektor Brookmerland), Rudolf Elster (Vertreter der Kirchengemeinde und des Kulturringes Marienhafe) und Hinrich Redinuis (Vertreter der ortsansäßigen Vereine) übernimmt die Planung und Durchführung der Spiele.  Auf Einladung der ArGe spielt die „Fritz-Reuter-Bühne“ aus Schwerin das Lustspiel „Disse Eh` döggt nix“ von Imre Kertecz. Spielorte: Wittmund (22.10.1994) und Rhauderfehn (23.10.1994).  Vom 22. bis 24. September 1995 findet in Emden im Neuen Theater das 2. Plattdeutsche Theatertreffen statt. Ausgelobt werden Theaterpreise der Gewerkschaft IG Metall. Sechs Theatergruppen, davon  4 Mitgliedsbühnen der ArGe, beteiligen sich und zwar die Friesenbühne Emden mit „Sibirien“, dieTheatergruppe HV Leezdorf mit „Du“, die Spöldeel Transvaal mit „Dat slechte Geweten“, die Spöldeel Wallinghausen mit „Lüttje witte Siedenschoh“; außerdem das Dörptheater Visquard mit „Dat Dokterbook“ und die Schülertheatergruppe der KGS Wittmund mit „Himmel un Eer“. Die ArGe Ostfriesischer Volkstheater wird im Jahre 1995 ein eingetragener Verein (e.V.)  Auf der Mitgliederversammlung am 08. April 1995 im Rathaus in Rhauderfehn wird der Beschluß gefaßt, die ArGe in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Vereinssatzung und Beitragssatzung werden beschlossen. Die Vorstandswahlen haben folgendes Ergebnis:  1. Vorsitzender Jakob Janshen, Oldersum 2. Vorsitzender Albert Janssen, Südbrookmerland Geschäftsführerin           Pauline Hertlein, Emden Beisitzer Kreis Leer Rainer Haubold, Völlenerfehn Beisitzer Kreis Emden Horst Klamt, Emden – Borssum Beisitzer Kreis Wittmund Waltraud Ennen, Ardorf Beisitzer Altkreis Aurich Willy Wriedt, Brockzetel Beisitzer Altkreis Norden Hinrich Bekker, Hinte   Eintragung am 16. 03. 1996 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Aurich unter der Nr. 725; der Verein wird als gemeinnützig anerkannt.  Die ArGe fördert im Herbst 1995 ein Kinder-Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit der Kulturwirkstatt Alter Brunsel in Burlage. Erarbeitet wird das im Autorenwettbewerb von 1992 preisgekrönte Kindertheaterstück „Arger in`t Märkenland“ von Ingrid Straumer, Regie führt die Theaterpädagogin Gertrud Auge ausLeer. Spielorte: Kulturhaus Alter Brunsel (2x), Reilschule Rhauderfehn und Hohe-Ellern-Schule Leer. Am 14. Juni 1996 findet die Premiere der 1. Störtebeker-Freilichtspiele in Marienhafe statt. Vor 600 Jahren soll Störtebeker zum ersten in Marienhafe angelandet sein. Das Stück „Fört`t lieke Deel“ von Ingo Sax sehen über 22.000 Zuschauer (18 Vorstellungen). Unter der Regie von Georg Immelmann spielen 120 Darsteller auf dem historischen Marktplatz von Marienhafe. Ca 80 Personen wirken hinter den Kulissen mit – alles ehrenamtlich.  Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der NDR präsentiert“ führt die „Fritz-Reuter-Bühne“ Schwerin am 20. Juni 1997 das Lustspiel „Dör an Dörnanner“ von Frank Grupe auf. Spielort: Realschulzentrum Ekel in Norden. Auf der Jahreshauptversammlung am 21.03.1998 in Wallinghausen tritt die Geschäftsfüherin Pauline Hertlein aus Altersgründen von ihrem Amt zurück. Neu in den geschäftsführenden Vorstand wird Cornelia Nath gewählt. Pauline Hertlein erhält die Ehrenmitgliedschaft der ArGe. Sie war 59 Jahre aktiv für das plattdeutsche Theater tätig; die letzten 10 Jahre als Geschäftsführerin der ArGe. In der Zeit vom 16. Juli bis zum 1. August 1999 finden die 2. Störtebeker-Freilichtspiele in Marienhafe statt. Unter der Regie von Georg Immelmann spielen 180 Darsteller das Stück „Een för all un all för een“ von Ingo Sax. 19 Vorstellungen mit 23.000 Zuschauern. Mitglieder des Störtebeker-Ensembles beteiligen sich an dem 2. Plattdeutschen Wochenende der emsländischen ArGe Plattdeutsches Theater e.V. in Twist (Emsland) vom 8.-10. Oktober 1999.  Bei der Jahreshauptversammlung am 11. 03. 2000 gibt es einen Wechsel im erweiterten Vorstand. Für Hinrich Bekker, Hinte, wird Erich Redinius von der Theatergruppe Leezdorf als Beisitzer für den Altkreis Norden gewählt. Am 6. Mai 2000 veranstaltet die ArGe erstmalig ein großes Theatertreffen in der Stadthalle in Aurich. Dieses Fest unter dem Motto: “Fieravend 2000“ führt über 400 Theaterleute aus den 38 Mitgliedsbühnen zusammen. Verschiedene Gruppen gestalten ein abwechslungsreiches Programm. Im Rahmen der 1. Ost-Friesischen Jugendtheatertage vom 06. bis zum 08. Juli 2000 in Aurich beteiligt sich die ArGe im Bereich der Nachwuchsförderung für plattdeutsches Kindertheater. Das Jahr 2001 steht im Zeichen einer besonderen Gemeinschaftsinszenierung. In Zusammenarbeit mit der Ev.-ref. Kirchengemeinde Oldersum gibt die ArGe ein historisches Dokumentations-theaterstück in Auftrag, das an das Oldersumer Religionsgespräch vor 475 Jahren erinnern soll. Erhard Brüchert aus Edewecht schreibt das Rollenbuch; die Regisseurin Elke Münch aus Wilhelmshaven inszeniert das Stück. Premiere ist am 20. Juni 2001 in der Johannes-a Lasco-Bibliothek in Emden; es folgen vier weitere Vorstellungen in der Kirche zu Oldersum. In der Zeit vom 14. Juni bis zum 06. Juli 2002 finden die 3. Störtebeker-Freilichtspiele in Marienhafe statt. Unter der Regie von Frank Grupe (Dramaturg - Ohnsorg-Theater Hamburg) spielen etwa 150 Darsteller das Stück „Gold, Füür un Isen“ von Ingo Sax – eine Inszenierung mit 20 Vorstellungen und über 23.000 Zuschauern. Erstmalig auch mit Life-Musik der Folkgruppe „Laway“. Am 17. Mai 2003 treffen sich wieder über 300 Mitglieder der Theatergruppen zum „Fieravend 2003“. Ein buntes Programm mit Musikdarbietungen und Sketchen leiten den Tanzabend ein. Im Herbst 2003 lobt die ArGe den „1. Oostfreeske Theaterpries“ mit einem Preisgeld von insgesamt 3.000 € aus. 21 Mitgliedsbühnen melden ihre Stücke an. Die Vorjury (alle Vorstandsmitglieder) bewerten die Stücke bei den Vorstellungen vor Ort und treffen eine Vorauswahl. 3 Stücke werden am 14. und 15. Mai 2004 im Neuen Theater in Emden einem interessierten Publikum vorgestellt. Der 1. Preis für „Sex na Stünnenplan“ geht an die Friesenbühne Emden. Den 2. Preis erhalten die „Freesenspölers“ Brook-merland für „Döör an Döör`nanner“. Die Theatergruuppe Brockzetel-Wiesens erhält für „Swieneree up Hinners Hoff“ den 3. Preis. Schirmherr dieser Veranstaltung ist der Abgeordnete im Europäischen Parlament Garrelt Duin. Als Fachjury fungieren: Elke Münch (Schauspielerin und Regisseurin), Erhard Brüchert (Theaterautor), Gerhard Connemann (Arbeitsgem. Plattdt. Theater e.V. Emsland-Bentheim), Werner Zwarte (BBS-Lehrer / Jugendtheater Die Rampe), Antje Gronewold (Vorsitzende des Vereins Oostfreeske Taal) und Jörg-Volker Kahle (Journalist). Im Jahre 2004 wird die Gemeinschaftsproduktion „De Glovenstriet van Ollersum“ noch dreimal wieder aufgeführt und zwar am 16. Juni in der Suurhuser Kirche, am 18. Juni in der Johannes-a Lasco- Bibliothek in Emden und am 20. Juni in der Kirche zu Wallinghausen.  Der Herbst und der Winter stehen im Zeichen der Vorbereitung für die 5. Störtebeker-Freilichtspiele in Marienhafe; vor allem werden die Maskenbildner für ihre neue Aufgabe geschult. Die Leitung der Seminare hat wie in den Vorjahren Frau Ingrid Nehrke (Staatstheater Hannover). Die 5. Störtebeker-Freilichtspiele im Juli 2005 werden ein voller Erfolg. Etwa 25.000 Zuschauer sehen die Störtebeker  Episoden „Free as de See un de Freesen“ von Ingo Sax. Regie führt zum ersten Mal Elke Münch aus Wilhelmshaven. Für die Live-Musik sorgt die Folkgruppe “LAWAY“. Unter den ca. 150 Darstellern sind auch 28 Kinder.  In der Herbstversammlung 2005 greift die ArGe wieder das Thema „Kindertheater“ auf. In 2006 finden 2 Wochenend-Seminare mit Kindern statt. Die Leitung hat die Theaterpädagogin Gudrun Oeltjengerdes von der Theaterschule der Niederdeutschen Bühne Neuenburg. Auf der Herbstversammlung 2006 können sich die Mitgliedsbühnen über die Arbeit  der Kindergruppe informieren. Für die Fortführung dieses Projektes, aber auch für weitere Initiativen für Kinder starten die Mitgliedsbühnen eine bislang sehr erfolgreiche Sammelaktion unter dem Motto: „Platt in Kinnermund“. Am 27. März 2007 feiert die Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater e.V. ihr 25-jähriges Bestehen. Der Festakt findet am Gründungstag im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft statt. Anläßlich des Jubiläums gibt es am 14. April wieder einen „Fieravend“ im Ostfriesenhof in Leerort. Das Jahr 2007 steht im Zeichen der Vorbereitungen für die 5. Störtebeker-Freilichtspiele in Marienhafe. Der dafür gebildete Arbeitskreis (Jakob Janshen, Albert Janssen, Gerhard Ihmels, Redolf Ubben, Erich Redinius, Gerhard Meyer und Theo Moltz) stellt die ersten Weichen dafür. Für das Rollenbuch „De See gifft, de See nimmt“ ist wieder der bekannte Autor Ingo Sax aus Seevetal verantwortlich. Regie führt zum zweiten Mal Elke Münch aus Wilhelmshaven. Etwa 130 Darsteller bringen in der Zeit vom 26.06. bis zum 19.07.2008 (20 Vorstellungen) eine neue Störtebeker-Episode um die historische Schlacht auf der Oosterems auf die Marienhafener Freilichtbühne. Musikalisch umrahmt von der Folk-Gruppe „Laway.“  Auch das ArGe-Projekt „Platt in Kinnermund“ kommt bei den Störtebeker-Freilichtspielen zum Tragen. Die Infrastruktur der Freilichtbühne bietet sich an für ein Kindertheaterprojekt. So spielen 23 Kinder und Jugendliche am 28. und 29. Juni und am 12. Juli 2008 die abenteuerliche Geschichte von „Bill Boo un sien Bande“ auf dem Marktplatz von Marienhafe. Ca. 2000 kleine und große Zuschauer erleben die Story von Josef Göhlen in der plattdeutschen Übersetzung von Erich Redinius von den Freesenspölers Brookmerland.  Verrschiedene Schulungsmaßnahmen wie das Soufflieren und das Regieführen werden immer wieder von Mitgliedsbühnen gewünscht und durchgeführt. Unter der Regie von Elke Münch finden im Jahr 2009 zwei Wochenendseminare für Regie statt. Im ersten Seminar in Aurich erlernen die Spielleiter die Bearbeitung des Kindertheaterstückes „Skandaal in Muusenhuusen“ von Ulrich Engelmann / Plattdeutsch von Günter Drewes. Das zweite Seminar befaßt sich mit den Aufführungsvorbereitungen für das Bühnenbild, der Technik und den Kostümen. Abschließend wird das Stück mit Kindern aus der Kindertheatergruppe Hatshausen -Ayenwolde besetzt. 18 Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahre spielen das Stück über zehn Mal an verschiedenen Orten in Ostfriesland. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die 6. Störtebeker-Inszenierung im Jahre 2011. Der neue Arbeitskreis (Jakob Janshen, Gerhard Ihmels, Andreas Meinen, Redolf Ubben, Gerhard Meyer, Willy Wriedt, Jochen Behrends, Theo Moltz)  ist sich darüber einig, dass die Spiele inhaltlich eine neue Ausrichtung gebrauchen. Mit dem neuen Rollenbuchautoren Dieter Jorschik aus Flensburg wird dieser Wunsch umgesetzt. Regie führt wieder Elke Münch aus Wilhelmshaven. Die Veranstaltung wird wie in den Vorjahren von der Samtgemeinde Brookmerland finanziell abgesichert und begeistert wieder über 20.000 Zuschauer. Das neue Stück beleuchtet die Lebensgeschichte des legendären Liekedeelers Störtebeker, beginnend in seiner Kindheit in Nähe von Wismar bis hin nach Marienhafe. Drei Darsteller verkörpern in „Gotts Fründ un allerwelts Feind“ die Figur des Störtebekers. Unmittelbar nach den Störtebeker-Freilichtspielen 2011 beginnt der Vorstand der ArGe mit der Planung eines neuen Kinder- und Jugendtheaterprojektes. Im Jahr 2012 soll in zwei Wochenendseminaren unter professioneller Regie wieder eine Theaterproduktion erarbeitet werden. Die Vorbereitungen dazu laufen. Die Ostfriesische Landschaft wird auch diese Mal die Arbeit finanziell unterstützen. Die Jugendtheatergruppe der Niederdeutschen Bühne Norden hat bereits ihre Mitwirkung zugesagt.